| |
Länge
Ausgewachsene Männchen (sie werden bei den Pottwalen größer
als die Weibchen) werden 15 bis 18 Meter lang, weibliche Tiere 11 bis
12 Meter, Kälber
messen 3,5 bis 4,5 Meter.
Gewicht
Ein ausgewachsener Pottwal kann zwischen 20 und 50 Tonnen auf die Waage
bringen, neugeborene Kälber wiegen bereits eine Tonne.
Sozialleben
Weibliche Pottwale und ihr Nachwuchs bilden eigene Gruppen, die die
Männchen im Alter von etwa 7 bis 27 Jahren verlassen, um in eigenen
Zusammenschlüssen zu ziehen. Ältere Männchen leben häufig
allein und schließen sich nur in der Paarungszeit den weiblichen
Tieren an.
Was
frisst der Pottwal?
Der Pottwal ernährt sich hauptsächlich von Kalmaren,
aber auch Fischen und Krebsen, wie Garnelen. Die sagenumwobenen Riesenkraken
stehen wahrscheinlich nicht so oft auf dem Speiseplan, gehören
aber auch zum gern genutzten Nahrungsangebot. In Pottwalmägen wurden
Reste von Tintenfischen gefunden, die zehn Meter lang gewesen sein müssen.
Die Kämpfe mit diesen Tieren sind für die runden Saugnapf-Narben
am Kopf vieler Pottwale verantwortlich.
Wo kommt
der Pottwal vor?
Der Pottwal kann im Atlantik, im Pazifik und im Indischen Ozean angetroffen
werden, aber nicht in der Arktis. In großen Gruppen tritt er -
v.a. die weiblichen Tiere - nur in den Tropen und Subtropen auf. Er
lebt in tieferen Gewässern und ist deshalb ein Bewohner der Hochsee,
allerdings ist er auch in Küstennähe zu finden, wenn das Wasser
dort rasch an Tiefe gewinnt (wie z.B. im Ligurischen Meer zwischen den
Küsten von Frankreich, Monaco, Italien und Korsika).
Pottwal
in Not!
Walfänger machten in der Vergangenheit v.a. Jagd auf die größeren
Männchen, so dass heute in den verbliebenen Populationen ein Ungleichgewicht
zwischen den Geschlechtern besteht. Aktuellen Forschungsergebnissen
zufolge gibt es weit weniger Pottwale in unseren Meeren als bislang
angenommen, man geht von etwa 360.000 Tieren aus, einem Fünftel
der lange angenommenen Zahl. In der Gegenwart sind Pottwale vor allem
durch Fischernetze bedroht, in denen sie sich verfangen und als unfreiwilliger
Beifang enden. Außerdem kann der zunehmende Verkehr auf den Weltmeeren
zu Kollisionen mit Schiffen führen.
Hilfe
für den Pottwal
Die Wal- und Delfinschutzorganisation WDCS
unterstützt ein spannendes Forschungsprojekt, mit dem noch mehr
über das Familienleben des Pottwals, seine Kommunikation und seine
Klick-Laute herausgefunden werden soll. Dieses Wissen erlaubt uns, mehr
über die Ansprüche von Pottwalen an ihren Lebensraum zu erfahren
und konkrete Maßnahmen für ihren Schutz zu entwickeln.
Faszinierendes
und Spannendes in Kürze
- Der
beste Taucher: Die Suche nach Tintenfischen führt den Pottwal
regelmäßig in große Tiefen. Dabei werden regelmäßig
Tauchtiefen von 350 Meter überschritten. Die Tauchgänge
können bis in eine Tiefe von 2.000 Meter führen (manche
Forschungsergebnisse sprechen sogar für Tiefen von bis zu 3.000
Metern), ein Tauchgang dauert bis zu 60 Minuten (im Maximalfall auch
bis zu zwei Stunden). Bevor der Pottwal abtaucht, streckt er die Fluke
hoch in die Luft und gleitet anschließend fast senkrecht in
die Tiefe. Oft taucht der Pottwal an derselben Stelle wieder auf.
- Das
schwerste Gehirn: Der Pottwal besitzt das schwerste Gehirn im gesamten
Tierreich. Es wiegt mehr als 9 Kilogramm.
- Das
Spermaceti-Organ im Kopf, das der Pottwal beim Tauchen benötigt,
sitzt in einem Hohlraum, der so groß ist, dass ein Auto darin
Platz hätte.
- Dank
des Romans "Moby Dick" von Herman Melville gehört der
Pottwal zu den bekanntesten Vertretern der Großwale.
- Der
Pottwal kam durch den Vergleich seines Kopfes mit einem Topf (im Norddeutschen:
Pott) zu seinem deutschen Namen.
- Im
Mittelalter hielt man das im Kopf befindliche Walrat für den
männlichen Samen, weil es an der Luft eine weiße, wachsartige
Farbe annimmt. Von diesem Irrglauben leitet sich auch der Name Spermaceti-Organ
ab. Im Englischen heißt der Pottwal auch heute noch "Sperm
whale".
Webtipp
Mehr Informationen zu weiteren Wal- und Delfinarten:
www.wdcs-de.org
Druckversion

|
|