© WDCS
Chinesischer Flussdelfin oder Baiji


Wissenschaftlicher Name
Lipotes vexillifer

Allgemeines
Der Chinesische Flussdelfin besitzt einen stämmigen Körper und eine markante Stirn.

Sein Körper ist an der Oberseite blassblau bis -grau, sein Bauch weiß bis grauweiß gefärbt.

Seine lange, schmale Schnauze ist deutlich vom Kopf abgesetzt und leicht nach oben gebogen. Etwa 65 Zähne sitzen in jeder Reihe von Ober- und Unterkiefer.

Seine winzigen Augen können im schlammigen Flusswasser nur hell und dunkel unterscheiden.

Länge
Der Baiji misst bei der Geburt zwischen 0,80 und 0,90 Meter und erreicht im ausgewachsenen Zustand eine Körperlänge von 2 bis 2,40 Meter.

Gewicht
Das Geburtsgewicht liegt zwischen 2,5 und 4,8 Kilogramm, ein erwachsener Baiji wiegt 100 bis 180 kg.

Sozialleben
Der Chinesische Flussdelfin zieht alleine oder in kleinen Gruppen von bis zu sechs Tieren. Manchmal kann er in Gesellschaft des Indischen Schweinswals beobachtet werden.

Was frisst der Chinesische Flussdelfin?
Die Hauptnahrung des Baijis besteht aus Fisch.









Blauwal
Buckelwal
Chin. Flussdelfin
Pottwal
Schweinswal
Großer Tümmler
 


Wo kommt der Chinesische Flussdelfin vor?

Der Baiji kommt im Jangtsekiang in China vor. Der Name dieses Flusses wird als "Gelber Fluss" übersetzt und er ist mit 6.300 Kilometern Länge der drittlängste Strom der Erde. Der Chinesische Flussdelfin lebt in einem etwa 1.700 Kilometer langen Abschnitt des Jangtsekiang. Er bevorzugt Bereiche, wo Nebenflüsse in den Hauptfluss münden, und die Nähe von Sandbänken und kleinen Inseln.

Chinesischer Flussdelfin in Not!
Der in China zum Nationalschatz erklärte Baiji steht seit 1975 unter Schutz. Trotzdem steht er nur knapp 90 Jahre, nachdem er zum ersten Mal wissenschaftlich beschrieben wurde, vor dem Aussterben. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen gehen davon aus, dass im Jangtsekiang nur noch weniger als 100 Chinesische Flussdelfine leben. Und das sind zu wenige, um das Überleben der Art sicher stellen zu können.

Gründe für die schlechte Verfassung der Population gibt es viele: Die Errichtung von Kraftwerken und Staudämmen am Fluss, die Verschmutzung des Wassers, der stetig zunehmende Schiffsverkehr, der häufige Tod in Fischernetzen und die direkte Bejagung haben den Chinesischen Flussdelfin an den Rand des Aussterbens gebracht.

Hilfe für den Chinesischen Flussdelfin?
Traurig, aber wahr: Der Chinesische Flussdelfin wird aller Voraussicht nach aussterben, denn der Mensch ist bei der Zerstörung seines Lebensraumes bereits zu weit gegangen. Die chinesische Regierung überlegte deshalb, die letzten Baijis zu fangen und in einem unter Schutz stehenden Gebiet wieder auszusetzen. Da der Chinesische Flussdelfin aber nur im Jangtsekiang vorkommt, ist es mehr als unwahrscheinlich, dass er in einem anderen Lebensraum überleben könnte.

Auch wenn es für den Baiji vielleicht bereits zu spät ist, die Wal- und Delfinschutzorganisation WDCS setzt sich im Rahmen politischer Gremien und spezieller Projekte für einen besseren Schutz aller Flussdelfinarten ein. Diese Delfinarten werden oft vergessen, befinden sich aber in noch größeren Schwierigkeiten als ihre Verwandten im Meer. Denn ihr Lebensraum wird besonders intensiv vom Menschen genutzt. Der Versuch, diese Tiere zu fangen, stellt darüber hinaus ein direktes Todesrisiko bzw. ein Risiko für todbringenden Verletzungen dar.

Faszinierendes, Spannendes und Trauriges in Kürze

  • Der Baiji hat sehr kleine Augen - gute Augen würden ihm in seinem trüben Lebensraum auch kaum weiterhelfen, er orientiert sich deshalb mit Hilfe der Echoortung.
  • Der Baiji ist ein sehr scheues und schreckhaftes Tier. Da er Boote generell meidet, ist er schwer zu beobachten.
  • Der Blas des Baiji ist schwer zu sehen, wird aber von einem Geräusch wie einem Niesen begleitet.
  • Sein wissenschaftlicher Name kann sinngemäß als "letzter Bannerträger" übersetzt werden. Dass er als der "letzte" beschrieben wurde, könnte sich auf sein isoliertes Verbreitungsgebiet beziehen, mit dem Banner ist die Finne gemeint. Auch der chinesische Name "Baiji" heißt "weißes Banner" und bezieht sich auf die Finne.
  • Der Chinesische Flussdelfin ist vom Aussterben bedroht. Oft bedeutet diese Formulierung, dass der Zustand einer Population sehr kritisch ist, ihr Schicksal aber mit großen Anstrengungen noch gewendet werden kann. Aber selbst optimistische Menschen schätzen seine Situation als ausweglos ein.
  • Insgesamt gibt es fünf Flussdelfinarten, von denen vier ausschließlich im Süßwasser leben.

Webtipp
Mehr Informationen zu weiteren Wal- und Delfinarten:
www.wdcs-de.org

Druckversion