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Wo kommt der Chinesische Flussdelfin vor?
Der Baiji kommt im Jangtsekiang in China vor. Der Name dieses Flusses
wird als "Gelber Fluss" übersetzt und er ist mit 6.300
Kilometern Länge der drittlängste Strom der Erde. Der Chinesische
Flussdelfin lebt in einem etwa 1.700 Kilometer langen Abschnitt des
Jangtsekiang. Er bevorzugt Bereiche, wo Nebenflüsse in den Hauptfluss
münden, und die Nähe von Sandbänken und kleinen Inseln.
Chinesischer
Flussdelfin in Not!
Der in China zum Nationalschatz erklärte Baiji steht seit 1975
unter Schutz. Trotzdem steht er nur knapp 90 Jahre, nachdem er zum ersten
Mal wissenschaftlich beschrieben wurde, vor dem Aussterben. Wissenschaftler
und Wissenschaftlerinnen gehen davon aus, dass im Jangtsekiang nur noch
weniger als 100 Chinesische Flussdelfine leben. Und das sind zu wenige,
um das Überleben der Art
sicher stellen zu können.
Gründe
für die schlechte Verfassung der Population
gibt es viele: Die Errichtung von Kraftwerken und Staudämmen am
Fluss, die Verschmutzung des Wassers, der stetig zunehmende Schiffsverkehr,
der häufige Tod in Fischernetzen und die direkte Bejagung haben
den Chinesischen Flussdelfin an den Rand des Aussterbens gebracht.
Hilfe
für den Chinesischen Flussdelfin?
Traurig, aber wahr: Der Chinesische Flussdelfin wird aller Voraussicht
nach aussterben, denn der Mensch ist bei der Zerstörung seines
Lebensraumes bereits zu weit gegangen. Die chinesische Regierung überlegte
deshalb, die letzten Baijis zu fangen und in einem unter Schutz stehenden
Gebiet wieder auszusetzen. Da der Chinesische Flussdelfin aber nur im
Jangtsekiang vorkommt, ist es mehr als unwahrscheinlich, dass er in
einem anderen Lebensraum überleben könnte.
Auch wenn
es für den Baiji vielleicht bereits zu spät ist, die Wal-
und Delfinschutzorganisation WDCS
setzt sich im Rahmen politischer Gremien und spezieller Projekte für
einen besseren Schutz aller Flussdelfinarten ein. Diese Delfinarten
werden oft vergessen, befinden sich aber in noch größeren
Schwierigkeiten als ihre Verwandten im Meer. Denn ihr Lebensraum wird
besonders intensiv vom Menschen genutzt. Der Versuch, diese Tiere zu
fangen, stellt darüber hinaus ein direktes Todesrisiko bzw. ein
Risiko für todbringenden Verletzungen dar.
Faszinierendes,
Spannendes und Trauriges in Kürze
- Der
Baiji hat sehr kleine Augen - gute Augen würden ihm in seinem
trüben Lebensraum auch kaum weiterhelfen, er orientiert sich
deshalb mit Hilfe der Echoortung.
- Der
Baiji ist ein sehr scheues und schreckhaftes Tier. Da er Boote generell
meidet, ist er schwer zu beobachten.
- Der
Blas
des Baiji ist schwer zu sehen, wird aber von einem Geräusch wie
einem Niesen begleitet.
- Sein
wissenschaftlicher Name kann sinngemäß als "letzter
Bannerträger" übersetzt werden. Dass er als der "letzte"
beschrieben wurde, könnte sich auf sein isoliertes Verbreitungsgebiet
beziehen, mit dem Banner ist die Finne
gemeint. Auch der chinesische Name "Baiji" heißt "weißes
Banner" und bezieht sich auf die Finne.
- Der
Chinesische Flussdelfin ist vom Aussterben bedroht. Oft bedeutet diese
Formulierung, dass der Zustand einer Population sehr kritisch ist,
ihr Schicksal aber mit großen Anstrengungen noch gewendet werden
kann. Aber selbst optimistische Menschen schätzen seine Situation
als ausweglos ein.
- Insgesamt
gibt es fünf Flussdelfinarten, von denen vier ausschließlich
im Süßwasser leben.
Webtipp
Mehr Informationen zu weiteren Wal- und Delfinarten:
www.wdcs-de.org
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