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Gewicht
Erwachsene Blauwale wiegen 100 bis 120 Tonnen, das entspricht einem
Gewicht von 2.000 Menschen. Neugeborene wiegen ca. 2,5 Tonnen, etwa
so viel wie ein Lieferwagen.
Sozialleben
Blauwale werden in der Regel alleine oder in kleinen Gruppen von zwei
bis drei Tieren beobachtet. Allerdings könnten auch Tiere, die
mehrere Kilometer voneinander getrennt ziehen, eine gemeinsame Gruppe
bilden, da wahrscheinlich Blauwale aufgrund ihrer Größe mehr
Freiraum als andere Walarten benötigen.
Was
frisst der Blauwal?
Der Blauwal ernährt sich trotz seiner enormen Größe
von Zooplankton
oder Krill,
das er mit Hilfe seiner Barten aus dem Wasser filtert. Wie andere Bartenwale
auch ist der Blauwal auf in Schwärmen vorkommende Beute spezialisiert.
Da Krill vorwiegend in den polnahen Gewässern zu finden ist, diese
Regionen aber zu kalt sind, um den Nachwuchs zur Welt zu bringen, unternehmen
viele Blauwalpopulationen
saisonale Wanderungen. Der Blauwal muss deshalb in seinen Nahrungsgebieten
ausreichend Reserven für die Zeit in den Krillarmen Regionen ansammeln.
Wo kommt
der Blauwal vor?
Der Blauwal kommt im Atlantik, im Pazifik und im Indischen Ozean vor,
sein Verbreitungsgebiet reicht von der Arktis bis zur Antarktis und
umfasst alle Klimagebiete. Es gibt drei Hauptpopulationen: eine im Nordpazifik,
eine im Nordatlantik und eine dritte in der südlichen Hemisphäre,
besonders in den kalten Gewässern um die Antarktis. Mit viel Glück
sieht man sie in europäischen Gewässern, vor allem vor Island,
aber z.B. auch vor Großbritannien, wo sie das ganze Jahr einige
hundert Kilometer vor den Ostküsten Englands und Schottlands verbringen.
Manche
Populationen legen jedes Jahr weite Strecken zurück, wenn sie im
Sommer zur Nahrungsaufnahme Richtung Pole wandern und im Winter Richtung
Äquator, wo sie sich paaren und ihre Jungen zur Welt bringen.
Ein von
der Wal- und Delfinschutzorganisation WDCS unterstütztes Forschungsteam
entdeckte, dass die Blauwale vor der Küste Chiles ihre Nahrungsaufnahme
und Kinderpflege in einem Gebiet und nicht - wie in anderen Fällen
beobachtet - räumlich getrennt durchführen. Ein starkes Argument,
um für diese Region einen besseren Schutz einzufordern.
Blauwal
in Not!
Man weiß nicht genau, wie viele Blauwale es weltweit noch gibt.
In der Vergangenheit wurden sie fast bis zur völligen Ausrottung
von Walfängern wegen ihres Fleisches und Fettes gejagt. Eine aktuelle
Schätzung geht davon aus, dass auf der Nordhalbkugel noch etwa
3.000 Tiere, auf der Südhalbkugel noch etwa 500 Tiere leben.
Blauwale
werden nach der Roten Liste der bedrohten Tier- und Pflanzenarten der
Weltnaturschutzunion (IUCN) als stark gefährdet eingestuft und
dürfen deshalb seit 1966 nicht mehr bejagt werden. Trotzdem wird
in Japan immer wieder auch Blauwalfleisch - gekennzeichnet als Fleisch
anderer Walarten - verkauft.
Wie auch
andere Großwale werden sie heute v.a. durch schädliche Umwelteinflüsse
(z.B. chemische und akustische
Meeresverschmutzung, Klimaänderung) bedroht.
Hilfe
für den Blauwal
An der Küste Chiles entdeckte ein von der Wal-
und Delfinschutzorganisation WDCS
unterstütztes Forschungsteam, dass nicht alle Blauwale die Nahrungsaufnahme
und die Kinderpflege räumlich trennen - eine Entdeckung, die unser
bisheriges Wissen über Blauwale erweitert und ein wichtiges Argument
für den Schutz dieser für die größten Wale so wichtigen
Region darstellt.
Faszinierendes
und Spannendes in Kürze
- Sie
sind die Größten: Der längste je gemessene Blauwal
(übrigens ein Weibchen) maß 33 Meter.
- Sie
sind die Schwersten: Der schwerste Blauwal wog 190 Tonnen, das ist
das Gewicht von mehr als 3.000 Menschen.
- Das
Herz eines Blauwals ist so groß wie ein VW-Käfer.
- Die
Zunge eines Blauwals wiegt 4 Tonnen und ist somit schwerer als zwei
Kleinwagen.
- Ein
neu geborenes Blauwalkalb
trinkt nach der Geburt große Mengen Milch. Da diese sehr fett
ist, nimmt es täglich an die 90 kg zu, das sind fast 4 kg pro
Stunde.
- Sie
sind die lautesten Wale: Im Wasser ist ihr niederfrequentes Pfeifen
über Hunderte von Kilometern zu hören.
- Sie
sind die schnellsten Schwimmer unter den Bartenwalen: Bei Gefahr können
Blauwale bis zu 50 Kilometer pro Stunde schnell schwimmen (die durchschnittliche
Geschwindigkeit beträgt etwa 20 km/h).
- Ihr
Alter ist schwerer festzustellen als bei Zahnwalen, deren Zähne
Jahresringe - wie Bäume - aufweisen. Allerdings haben Bartenwale
an der Stelle eines äußeren Ohres einen wachsartigen Stopfen
sitzen, an dem man ebenfalls "Jahresringe" erkennen kann.
Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen glauben, dass Blauwale mindestens
50 Jahre alt werden können.
Webtipp
Mehr Informationen zu weiteren Wal- und Delfinarten:
www.wdcs-de.org
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