© Massimo Demma
Blauwal


Wissenschaftlicher Name

Balaenoptera musculus

Allgemeines
Der Blauwal besitzt einen sehr langen, stromlinienförmigen und für seine Größe schlanken Körper.

Seine Haut ist blassblau bis gräulich gefärbt und stark weiß und grau gesprenkelt, v.a. hinter dem Kopf. Der Bauch erscheint weiß, blau oder gelb. Eine auffallend gelbliche Färbung des Bauches entsteht durch die Anlagerung von Kieselalgen in polaren Gewässern und gab dem Wal den Beinamen "Schwefelbauch-Wal".

Der Kopf des Blauwals macht bis zu einem Viertel der gesamten Körperlänge aus. Die zwei Blaslöcher befinden sich an der Oberseite des Kopfes. Sehr charakteristisch ist sein sehr hoher Blas mit einer Höhe von 6 bis 12 Metern. Der Blauwal gehört zur Familie der Furchenwale. Diesen Namen tragen diese Wale wegen der Längsfurchen an ihrer Kehle. Der Blauwal hat 55 bis 88 dieser Kehlfurchen, die sich bei der Nahrungsaufnahme enorm ausdehnen können, so dass der Blauwal mit einem Schluck Tausende Liter Wasser auf einmal aufnehmen kann.

Anstelle von Zähnen hängen vom Munddach des Blauwals Barten, mit denen er seine Nahrung aus dem Wasser filtert. Die 300 bis 400 Barten sind in der Regel schwarz und bis zu einen Meter lang.

Länge
Blauwale zählen zu den größten Tieren, die je auf Erden gelebt haben, einschließlich der bekannten großen Dinosaurier. Ausgewachsene Tiere messen gewöhnlich 24 bis 27 Meter, sie können aber auch über 30 Meter lang werden, wobei die weiblichen Tiere größer als die männlichen werden. Neugeborene messen ungefähr 7 Meter.









Blauwal
Buckelwal
Chin. Flussdelfin
Pottwal
Schweinswal
Großer Tümmler
 


Gewicht

Erwachsene Blauwale wiegen 100 bis 120 Tonnen, das entspricht einem Gewicht von 2.000 Menschen. Neugeborene wiegen ca. 2,5 Tonnen, etwa so viel wie ein Lieferwagen.

Sozialleben
Blauwale werden in der Regel alleine oder in kleinen Gruppen von zwei bis drei Tieren beobachtet. Allerdings könnten auch Tiere, die mehrere Kilometer voneinander getrennt ziehen, eine gemeinsame Gruppe bilden, da wahrscheinlich Blauwale aufgrund ihrer Größe mehr Freiraum als andere Walarten benötigen.

Was frisst der Blauwal?
Der Blauwal ernährt sich trotz seiner enormen Größe von Zooplankton oder Krill, das er mit Hilfe seiner Barten aus dem Wasser filtert. Wie andere Bartenwale auch ist der Blauwal auf in Schwärmen vorkommende Beute spezialisiert. Da Krill vorwiegend in den polnahen Gewässern zu finden ist, diese Regionen aber zu kalt sind, um den Nachwuchs zur Welt zu bringen, unternehmen viele Blauwalpopulationen saisonale Wanderungen. Der Blauwal muss deshalb in seinen Nahrungsgebieten ausreichend Reserven für die Zeit in den Krillarmen Regionen ansammeln.

Wo kommt der Blauwal vor?
Der Blauwal kommt im Atlantik, im Pazifik und im Indischen Ozean vor, sein Verbreitungsgebiet reicht von der Arktis bis zur Antarktis und umfasst alle Klimagebiete. Es gibt drei Hauptpopulationen: eine im Nordpazifik, eine im Nordatlantik und eine dritte in der südlichen Hemisphäre, besonders in den kalten Gewässern um die Antarktis. Mit viel Glück sieht man sie in europäischen Gewässern, vor allem vor Island, aber z.B. auch vor Großbritannien, wo sie das ganze Jahr einige hundert Kilometer vor den Ostküsten Englands und Schottlands verbringen.

Manche Populationen legen jedes Jahr weite Strecken zurück, wenn sie im Sommer zur Nahrungsaufnahme Richtung Pole wandern und im Winter Richtung Äquator, wo sie sich paaren und ihre Jungen zur Welt bringen.

Ein von der Wal- und Delfinschutzorganisation WDCS unterstütztes Forschungsteam entdeckte, dass die Blauwale vor der Küste Chiles ihre Nahrungsaufnahme und Kinderpflege in einem Gebiet und nicht - wie in anderen Fällen beobachtet - räumlich getrennt durchführen. Ein starkes Argument, um für diese Region einen besseren Schutz einzufordern.

Blauwal in Not!
Man weiß nicht genau, wie viele Blauwale es weltweit noch gibt. In der Vergangenheit wurden sie fast bis zur völligen Ausrottung von Walfängern wegen ihres Fleisches und Fettes gejagt. Eine aktuelle Schätzung geht davon aus, dass auf der Nordhalbkugel noch etwa 3.000 Tiere, auf der Südhalbkugel noch etwa 500 Tiere leben.

Blauwale werden nach der Roten Liste der bedrohten Tier- und Pflanzenarten der Weltnaturschutzunion (IUCN) als stark gefährdet eingestuft und dürfen deshalb seit 1966 nicht mehr bejagt werden. Trotzdem wird in Japan immer wieder auch Blauwalfleisch - gekennzeichnet als Fleisch anderer Walarten - verkauft.

Wie auch andere Großwale werden sie heute v.a. durch schädliche Umwelteinflüsse (z.B. chemische und akustische Meeresverschmutzung, Klimaänderung) bedroht.

Hilfe für den Blauwal
An der Küste Chiles entdeckte ein von der Wal- und Delfinschutzorganisation WDCS unterstütztes Forschungsteam, dass nicht alle Blauwale die Nahrungsaufnahme und die Kinderpflege räumlich trennen - eine Entdeckung, die unser bisheriges Wissen über Blauwale erweitert und ein wichtiges Argument für den Schutz dieser für die größten Wale so wichtigen Region darstellt.

Faszinierendes und Spannendes in Kürze

  • Sie sind die Größten: Der längste je gemessene Blauwal (übrigens ein Weibchen) maß 33 Meter.
  • Sie sind die Schwersten: Der schwerste Blauwal wog 190 Tonnen, das ist das Gewicht von mehr als 3.000 Menschen.
  • Das Herz eines Blauwals ist so groß wie ein VW-Käfer.
  • Die Zunge eines Blauwals wiegt 4 Tonnen und ist somit schwerer als zwei Kleinwagen.
  • Ein neu geborenes Blauwalkalb trinkt nach der Geburt große Mengen Milch. Da diese sehr fett ist, nimmt es täglich an die 90 kg zu, das sind fast 4 kg pro Stunde.
  • Sie sind die lautesten Wale: Im Wasser ist ihr niederfrequentes Pfeifen über Hunderte von Kilometern zu hören.
  • Sie sind die schnellsten Schwimmer unter den Bartenwalen: Bei Gefahr können Blauwale bis zu 50 Kilometer pro Stunde schnell schwimmen (die durchschnittliche Geschwindigkeit beträgt etwa 20 km/h).
  • Ihr Alter ist schwerer festzustellen als bei Zahnwalen, deren Zähne Jahresringe - wie Bäume - aufweisen. Allerdings haben Bartenwale an der Stelle eines äußeren Ohres einen wachsartigen Stopfen sitzen, an dem man ebenfalls "Jahresringe" erkennen kann. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen glauben, dass Blauwale mindestens 50 Jahre alt werden können.

Webtipp
Mehr Informationen zu weiteren Wal- und Delfinarten:
www.wdcs-de.org

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