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Medien und Materialien
Hinweise zur Organisation
Ziele
Unterrichtsverlauf
Methodisch-didaktische Hinweise
Arbeitsbögen
Lehrerinformationen zu Arbeitsmaterialien
und Arbeitsbögen
Sachinformationen für Lehrerinnen und Lehrer
Actions
Medien und Materialien
Overheadprojektor, Arbeitsbogen 1.1 als »Folienschnipsel«
Arbeitsbogen 1.2, Arbeitsbogen 1.3
Hinweise
zur Organisation
Kopie der Arbeitsbögen im Klassensatz
»Folienschnipsel« aus Arbeitsbogen 1.1 erstellen
Ziele
Die Schüler und Schülerinnen lernen, dass Wale und Delfine
an das Wasser angepasste Säugetiere sind und können Unterschiede
zwischen den Wirbeltierklassen »Fische« und »Säugetiere«
benennen.
Unterrichtsverlauf

Methodisch-didaktische Hinweise und Variationen
- Als vorbereitende Hausaufgabe soll von den Schülern und Schülerinnen
ein Kurzaufsatz zum Thema »Wale und Delfine« verfasst
werden, um Informationen über das Vorwissen der
Lerngruppe zu erhalten und vorhandenes Wissen zu aktivieren.
- Die
Schüler und Schülerinnen tragen z.B. als Einstieg jeweils
einen Satz aus ihrem Aufsatz vor. Die Aussagen werden vom Lehrer,
von der Lehrerin anschließend zusammenfassend allgemein kommentiert
(»Viele richtige, einige nicht ganz richtige Ideen ...«).
Hinweis auf Klärung genannter Punkte (z.B. Biologie, Verhalten,
Interaktion Mensch und Tier) im Rahmen der Unterrichtseinheit.
- Die
Überleitung zum Stundenthema erfolgt durch Auflegen der Abbildung
1.3 (Riffhai) als Folie. Der Sachbestand »Wale sind keine
Fische« wird erarbeitet. Je nach Vorwissen der
Lerngruppe können hier vertiefende Hinweise zur Systematik
gegeben werden.
- Als
didaktische Reduktion wird im Rahmen dieser Aufgabe auf eine Unterscheidung
zwischen Knorpel- und Knochenfischen verzichtet.
- Je
nach Vorwissen kann bei der Erarbeitung des Arbeitsbogens 1.1 ein
einführender Lehrervortrag oder die Recherche im Schulbuch
oder weiterer Sekundärliteratur notwendig sein.
- Zur
Sicherung werden zum Beispiel die »Folienschnipsel«
am Overheadprojektor durch einen Schüler, eine Schülerin
richtig sortiert.
- Die
Schüler und Schülerinnen werden aufgefordert, die unterschiedliche
Fortbewegung von Waltier und Fisch zu erproben, indem sie die Bewegungsrichtung
der Schwanzflossen mit den Armen vor dem Körper nachahmen.
- Fakten
aus der Evolution von Walen und Delfinen werden in der Erarbeitung
II entweder spannend erzählt oder auf Arbeitsbogen 1.2 (ggf.
als Hausaufgabe) ausgeteilt.
- Die
Merksätze auf Arbeitsbogen 1.2 können je nach Altersstufe
- statt Lückentext - auch von den Schülerinnen und Schülern
selber formuliert werden.
- Die
Aufgabe 1 auf dem Arbeitsbogen 1.3 dient der Sicherung des Gelernten.
Alternativ kann auch eine der Abbildungen 1.5 bis 1.8 als Stundeneinstieg
herangezogen werden.
Arbeitsbögen
AB
1.1 Wal-Fisch? Warum Wale und Delfine keine Fische sind!
AB 1.2 Warum sehen Wale
wie Fische aus?
AB 1.3 Wale und Delfine:
Angepaßt an den Lebensraum Wasser
Lehrerinformation zu den Arbeitsbögen 1.1, 1.2 und 1.3
Arbeitsbogen 1.1
Aufgabe 1

Arbeitsbogen 1.2
Aufgabe
1
»Wale und Delfine sind an den Lebensraum WASSER angepasste
SÄUGETIERE«.
»Wale und Delfine brauchen LUFT zum Atmen und kommen aus diesem
Grund immer wieder an die Wasseroberfläche. Ihre Atmungsorgane
sind LUNGEN«.
Arbeitsbogen 1.3
Aufgabe
1
Abb. 1.5 Stromlinienförmige Körperform
Abb. 1.6. Keine Extremitäten
Abb. 1.7 Kein Fell
Abb. 1.8 Nasenloch befindet sich an der Kopfoberseite
Sachinformationen
Warum sehen Wale und Delfine wie Fische aus?
Wale und Delfine sind neben den Seekühen die einzigen vollständig
an das Leben im Wasser angepassten Säugetiere. Ihr Körper
ist stromlinienförmig und nur wenig oder überhaupt nicht
behaart. Sie haben als Flipper bezeichnete Flossen an Stelle der
vorderen Extremitäten und keine sichtbaren hinteren Extremitäten
(die Skelette der Wale zeigen in Hüftregion die Reste der Beckenknochen).
Die äußere Ähnlichkeit zwischen
Fischen und Waltieren liegt in der evolutionären Angepasstheit
der Vertreter der Ordnung »Cetacea« (Walartige oder
Waltiere) an ihren Lebensraum Wasser begründet. Es handelt
sich bei den Ähnlichkeiten von Körperform und Körperanhängen
um eine konvergente Entwicklung aufgrund der Gesetze der Hydrodynamik.
Wasser ist etwa tausendmal dichter als Luft und die geringste Unebenheit,
die Reibung verursacht, ist deshalb beim schnellen Schwimmen hinderlich.
Als Säugetiere sind Wale und Delfine gleichwarm.
Eine dicke Unterhautfettschicht, auch Blubber genannt, stellt die
Isolationsschicht dar, um in kalten Gewässern konstant eine
Körpertemperatur um 37 Grad Celsius zu halten.
Walwanderungen:
Individuen einiger Walarten halten sich abhängig von der Jahreszeit
in sehr kalten oder tropischen Gewässern auf, so dass sie ihre
Körper alternativ kühlen oder wärmen müssen.
Wale können überschüssige Wärme durch eine besondere
Regulation ihres Blutflusses abgeben. Da Brust-, Rücken- und
Schwanzflosse keinen isolierenden Blubber enthalten, geben Wale
Wärme ab, wenn diese Regionen vermehrt durchblutet werden.
Aber auch der Blubber ist von Gefäßen durchsetzt, die
bei zu hoher Körpertemperatur Blut zum Abkühlen an die
Hautoberfläche leiten können.
Ein
Delfin schwimmt mithilfe seiner kräftigen Wirbelsäulenmuskulatur.
Gleichmäßig bewegt er seine horizontale Schwanzflosse
auf und ab und erzeugt so seinen Antrieb. Fische kontrahieren dagegen
ihre Seitenmuskulatur und bewegen sich »schlängelnd«
durch das Wasser.
Die
Evolution von Walen und Delfinen
Die Vorläufer der heutigen Waltiere - Archaeoceti oder Archaeoceten
genannt - lebten vor etwa 50 bis 20 Millionen Jahren. Da ein Großteil
ihrer Fossilien im heutigen Pakistan gefunden wurde, liegt die Vermutung
nahe, dass der indische Subkontinent die Geburtsstätte der
Wale ist.
In den letzten Jahren gab es Aufsehen erregende
Entdeckungen zur Evolution von Walen und Delfinen: Genetische Analysen
zeigten, dass der Ursprung der Meeressäuger im Reich der Paarhufer
liegt. Neben Flusspferden zählen Schweine, Rinder, Kamele und
Giraffen zu den Verwandten der Wale.

Pakitecus, Ilustration von Carl Burell
Im
Norden Pakistans wurden versteinerte Knochen eines fuchsgroßen
und eines wolfsgroßen Vierbeiners gefunden, der aufgrund des
Fundortes den Namen Pakicetus erhielt und vor 50 Millionen Jahren
gelebt hat. In ihrem Aussehen ähnelten die Pakicetiden Ratten
in Wolfsgröße.
Mit ihren dünnen Beinen, deren Zehen mit kleinen
Hufen versehen waren, machten sie an Tümpeln Jagd auf Beute.
Sie waren schnelle Läufer, deren Lebensweise am ehesten heutigen
Löwen ähnelte. Die Verdrängung dieser Huftiere in
das Wasser wird mit der scharfen Nahrungskonkurrenz erklärt.
Die Nachfahren der Pakiteciden lebten nach heutigen
Erkenntnissen bereits im Wasser, erlegten aber - ähnlich wie
Krokodile - aus dem Wasser heraus Landtiere. Funde von 47 Millionen
Jahre alten Überresten von Walen zeigen, dass diese Schwimmhäute
zwischen den Zehen besaßen, ihre Vorderfüße jedoch
noch Hufe aufwiesen. Die Beine dieses Tieres, das von Wissenschaftlern
und Wissenschaftlerinnen Rodhocetus getauft wurde, waren aber nicht
in der Lage, den Körper über große Strecken zu tragen.
Deshalb lebte der Rodhocetus weitgehend aquatisch und nutzte wahrscheinlich
bereits seinen Schwanz als Schwimmhilfe.
Nur
acht Millionen weitere Jahre dauerte die Verwandlung vom Landraubtier
zum Meeressäuger. Die rasche Veränderung der Walgestalt
erklärt die Wissenschaft mit den sehr unterschiedlichen Bedingungen
an Land und im Wasser. Auf die krokodilähnlichen Urwale folgten
bald Tiere wie der zwei Meter lange Dorudon, der bereits stark verkürzte
Hinterbeine hatte.
Als
bekanntester Urwal gilt der 1832 entdeckte und zunächst für
einen Dinosaurier gehaltene Basilosaurus. Bei etwa 15 Metern Länge
und schlangenförmiger Gestalt wog der Basilosaurus an die fünf
Tonnen. Mit seinem Gewicht hätte er an Land nicht mehr überleben
können.
Auch
heute haben Wale und Delfine immer noch einige körperliche
Merkmale ihrer Land bewohnenden Vorfahren. Die Knochenstruktur der
Flipper ähnelt stark einem Arm und einer befingerten Hand.
Auch gibt es noch Überreste von Beckenknochen, die vor Millionen
von Jahren die Hinterglieder fixierten.
Noch
immer weist das Wissen über die Entwicklungsgeschichte der
Wale und Delfine Lücken auf. Forscher und Forscherinnen erhoffen
sich von Aufsehen erregenden Entdeckungen neue Erkenntnisse, wie
z.B. von einem in Neuseeland gefundenen fossilen Schädel einer
bislang noch nicht bekannten »Stoßzahn-Delfinart«,
der etwa 23 Millionen Jahre alt sein dürfte.
Eine Wissenschaft, die die Evolution unter ingenieurwissenschaftlichen
Aspekten untersucht, ist die Bionik. So entdeckte ein US-amerikanisches
Forscherteam, dass Buckelwale mit ihren gewellten Brustflossenkanten
viel bessere aerodynamische Eigenschaften aufweisen als die heute
üblichen glatten Tragflächen von Flugzeugen. Die Wissenschaftler
und Wissenschaftlerinnen vermuten, dass die Ausbuchtungen an der
Anströmkante sehr kleine Wirbel bilden, welche die vorbeiströmende
Luft an den Flügeln binden. Da diese Erklärung jedoch
allen bisherigen aerodynamischen Theorien widerspricht, wurde ein
solches Profil bislang noch nie untersucht. Dieses Phänomen
soll jetzt systematisch ergründet werden, denn es könnte
die Flugtechnik revolutionieren und zur Einsparung von Treibstoff
und zur besseren Manövrierbarkeit von Flugzeugen führen.
Actions
Action Ab ins Museum!
Du willst ein Walskelett sehen? Ab ins Museum! Finde heraus, welches
Museum in deiner Nähe Wal- oder Delfinskelette ausstellt (www.cetacea.de).
Plane einen Besuch mit deinen Eltern oder mach einen Vorschlag zum
nächsten Schulwandertag.
Im Zoologischen Museum der Universität Göttingen und
im Multimar Wattforum in Tönning (an der Westküste Schleswig-Holsteins)
kannst du sogar das Skelett eines 16 Meter langen Pottwals bestaunen!
Action Schwimmen wie ein Delfin!
Es gibt einen offiziellen Schwimmstil, der die Bewegungen der Meeressäuger
nachahmt. Das Delfin- oder Schmetterlingsschwimmen wird neben dem
Kraul- oder Brustschwimmen auch bei internationalen Wettkämpfen
angewendet. Frage deinen Sportlehrer, deine Sportlehrerin nach diesem
Schwimmstil!
Probiere im Schwimmbad die Bewegungen des Delfins aus, wie er sich
wellenartig durch das Wasser bewegt. Strecke die Arme dabei nach
vorne aus und leite die Bewegung durch den Kopf ein. Mit den Unterschenkeln
musst du am Ende peitschenartig wie mit einer Fluke aufs Wasser
schlagen.
Action Delfine modellieren
Fertige ein Delfinmodell aus Ton an. In Büchern und im Internet
findest du Abbildungen von den verschiedenen Arten. Versuche die
besonderen Merkmale der Art herauszuarbeiten. Gelingt es dir, einen
der WDCS-Patendelfine nachzubilden? Dafür musst du dir die
individuellen Merkmale an der Rückenflosse ganz genau ansehen
und nacharbeiten (www.delfinpatenschaft.de).
Webtipp
Es gibt einen Künstler, der alle Arten der Delfinfamilie lebensgroß
nachgebildet hat. Auf der Webseite www.joerg-mazur.de
findest du eine Abbildung seines Kunstwerkes.
Mehr Aktionen
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