USA: Gefährdung durch militärische Hochleistungssonare wird legitimiert

Am 9. Juli 2007 wurde von der obersten Meeresbehörde (NMFS) der USA ein Freifahrtschein für die weltweite Gefährdung von Walen durch militärischen Lärm erteilt.

Seit geraumer Zeit streiten sich die Juristen und Wissenschaftler in den USA über eine Regulierung von leistungsstarken Sonargeräten, mit denen die Militärs feindliche U-Boote schon auf große Entfernung orten können. Im Verlauf der letzten Jahre konnte allerdings gezeigt werden, dass der Einsatz dieser Geräte eine große Gefahr darstellt und es sogar zu Strandungen und dem Tod von Walen kommt. Daher konnte sogar durch eine richterliche Verfügung der Einsatz zeitweise unterbrochen werden. Grund dafür war die starke Gesetzgebung in den USA. Der so genannte Marine Mammal Protection Act von 1972 (Meeressäugerschutzgesetz) verbietet nämlich die Gefährdung von Walen und Delfinen durch menschliche Aktivitäten. Aber natürlich gibt es Ausnahmen! Im Fall einer Ausnahme muss allerdings die Öffentlichkeit informiert und konsultiert werden. Das gesamte Genehmigungsverfahren kann dann bis zu 12 Monaten dauern. Umso überraschender ist, dass diese Genehmigung nun innerhalb der nächsten 10 Arbeitstage von der Öffentlichkeit kommentiert werden muss. In der Realität ist es praktisch kaum zu schaffen, mehre Hundert Seiten Dokumente in einem derartig kurzen Zeitraum zu kommentieren, wenn man inhaltlich fundiert sein will.

Wir fragen uns, ob sich in diesem Fall eine eigentlich unabhängige und dem Schutz des Meeres verpflichtete staatliche Behörde (NMFS) nicht von dem Militär instrumentalisieren lässt?

Die WDCS bemüht sich gemeinsam mit Partner-Organisationen wie Ocean Care aus der Schweiz, dem NRDC in den USA und im Netzwert des European Coalition for Silent Oceanse gegen die erteilte Erlaubnis vorzugehen.

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