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Wale in deutschem Naturschutzgebiet bedroht
Die WDCS hat gemeinsam mit Greenpeace, IFAW und Ocean Care einen Verstoß Deutschland gegen europäisches Umweltrecht nach Brüssel gemeldet.
Was ist geschehen?
Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie in Clausthal-Zellerfeld (die zuständige Behörde) hatte Anfang April, entgegen einer wissenschaftlichen Stellungnahme des Bundesamtes für Naturschutz, eine groß angelegte Untersuchung in der Nordsee genehmigt. Die Tochtergesellschaft der BASF, Wintershall, hat daraufhin am 2.4.2007 mit einer Dauerbeschallung des Naturschutzgebietes 'Doggerbank' begonnen.
 Für unsere einheimischen Schweinswale in der Nordsee bedeutet dies ohrenbetäubenden Lärm, denn bis in den Herbst werden alle 8 Sekunden, 24 Stunden lang, extrem laute Schallimpulse mit einem Spitzenquellschalldruck von mehr als 260 dB ins Wasser geleitet. Diese gefährlichen Impulse werden mit so genannten ,Airguns’ (Luftkanonen) erzeugt. Das Schiff Ocean Explorer (das im Auftrag der BASF Tochtergesellschaft Wintershall arbeitet) zieht dafür ein Gestell von 500 Metern Breite und 5 km Länge hinter sich her und ermittelt aus den Echos mögliche Lagerstätten für Erdgas.
„Deutschland verletzt durch die Genehmigung geltendes europäisches Umweltrecht und gefährdet unsere letzten streng geschützten Wale“ sagt der WDCS Verhaltensbiologe und Bioakustiker Dr. Karsten Brensing und fährt fort: „Ein Skandal, denn diese Entscheidung steht im Widerspruch zu der offiziellen deutschen Politik.“ So forderten die Vertreter die große Koalition CDU/CSU und SPD noch am 27.03.2007 die deutsche Bundesregierung auf, sich für die weitere Einrichtung von Schutzgebieten für Wale und Delfine einzusetzen und den Schutz vor negativen menschlichen Einflüssen durch konkrete Maßnahmen zu verbessern. Nur 48 Stunden später teilt die Bundesregierung auf einem Treffen mit Umweltorganisationen in Bonn mit, dass am 2.4.2007 im Meeresschutzgebiet ,Doggerbank’ in der deutschen Nordsee mit der Suche nach Erdgas begonnen wird.
Leider wurde trotz Protesten der WDCS bei den involvierten Bundesministerien kein Stopp der Untersuchung veranlasst und so gab es nur noch die Möglichkeit, die EU auf den deutschen Verstoß aufmerksam zu machen. Bitte unterstützen Sie unsere Bemühungen. Sorgen Sie dafür, dass so etwas nicht noch einmal passiert und die Untersuchung sofort gestoppt wird. Schreiben Sie direkt an unsere Wirtschafts- und Umweltminister und machen somit deutlich, dass es der deutschen Bevölkerung nicht egal ist, was in den Schutzgebieten geschieht.
Link zum Protestbrief - Helfen Sie mit Ihrer Stimme, die Schweinswale zu retten.
Weitere Informationen (PDF) |