Auch Walstrandungen im Nordatlantik

Innerhalb nur weniger Tage strandeten verschiedene Walarten im Nordatlantik. Gibt es einen Zusammenhang?

An der Sandy Beach in New England, USA, wurde am 3. April das in dieser Region äußerst seltene Ereignis einer Schnabelwalstrandung beobachtet. Das einzelne, gestrandete Tier wird zur Zeit von Wissenschaftlern des Woods Hole Oceanographic Institution obduziert.

Strandungen eines einzigen Tieres sind grundsätzlich nichts Besonderes, bedenklich ist jedoch die Tatsache, dass es auf der anderen Seite des Nordatlantiks nur wenige Tage zuvor zu einer Massenstrandung gekommen ist. Nach Presseberichten sind am 28. März zwei Gervais-Zweizahnwale auf den Kanarischen Inseln auf El Hierro und drei Tage später ein Zwergpottwal und ein Pottwal auf La Gomera sowie ein Rundkopfdelfin auf Fuerteventura gestrandet.

Diese unnatürliche Strandung ist mit großer Wahrscheinlichkeit auf eine menschliche Ursache zurückzuführen. Das Militär mit dem Einsatz von leistungsstarken Sonargeräten steht erneut unter Verdacht, die Strandungen verursacht zu haben (siehe auch Meldung zu Strandungen in Spanien).

Trotz Anfragen geben die Militärs nach wie vor keine Informationen über ihre Manöver frei, so dass es nicht möglich ist, sachlich über einen Zusammenhang zu diskutieren.

Auf Anfrage der WDCS und Ocean Care beim NATO Hauptquartier zu militärischen Manövern im Zusammenhang mit der Strandung von Schnabelwalen an der südspanischen Küste Ende Januar, wurde uns mitgeteilt, dass in diesem Bereich keine Manöver stattgefunden haben. Leider blieb die NATO für diese Behauptung jeden Beweis schuldig. Erstaunlich ist die aber Tatsache, dass diese Aussage im Widerspruch zu den bisherigen Beobachtungen steht. Die Hypothese, dass militärische Manöver für die Walstrandung verantwortlich sind gründet sich nämlich hauptsächlich auf der Beobachtung, dass diese Form der Strandungen nur im Zusammenhang mit militärischen Manövern beobachtet wurden.

Quelle: WDCS, M.e.e.r