Bietet die EU einen finanziellen Anreiz für Walfänger?

Hallo WalfreundInnen und Walfreunde,

die Walfanglobby versucht wirklich mit allen Mitteln und in allen Bereichen, neue Märkte und neue Produkte für die Nutzung von Walprodukten zu finden.

Noch in diesem Jahr werden die Finanzminister der EU-Mitgliedsstaaten über die Einführung eines 7,7-prozentigen Importzolls auf Jojoba-Ester, einen pflanzlichen Inhaltsstoff von Kosmetika, abstimmen. Gleichzeitig wird jedoch kein Zoll auf Walrat erhoben, der nahezu identisch mit Jojoba ist (Jojoba hatte Walrat vor Jahrzehnten als Rohstoff abgelöst).


Wird der Importzoll auf Jojoba eingeführt, so wäre die Verwendung von Walrat bei der Produktherstellung für die Kosmetikindustrie geradezu ein Ansporn. Dies steigert wiederum den Druck, das Walfangmoratorium und das Verbot für den internationalen Handel mit Walprodukten zu kippen. Hintergründe und Protestmöglichkeiten findet ihr unter:

Protestbrief - Protestieren Sie bitte hier!

Bitte sendet rasch – noch diese Woche! - Protestbriefe an die Finanzminister der Europäischen Union!


Es gibt aber auch zwei sehr positive Neuigkeiten, die zeigen, dass unsere Arbeit zu Erfolgen führt.

1. Vor wenigen Tagen ist Slowenien der Internationalen Walfangkommission (IWC) beigetreten. Die WDCS ist seit Jahren im Dialog mit dem Adria-Küstenstaat, der nun auch dem Abkommen zum Schutz von Walen und Delfinen im Mittelmeer und im Schwarzen Meer (ACCOBAMS) beitreten wird.

2. Die Walfangsaison in Norwegen ist beendet. Die norwegischen Walfänger töteten wenig mehr als nur die Hälfte der ihnen von der Regierung mit 1052 Zwergwalen selbst auferlegten Fangquote. Dies sind noch immer 526 zu viel getötete Wale, jedoch verursachte das Fangergebnis einen intensiven Streit zwischen der norwegischen Regierung und der Walfanglobby, der in gegenseitigen Schuldzuweisungen für die Ursachen eskalierte. Faktum ist, dass der Handel in Norwegen auf zwischenzeitliche Fangstops drängte, da die Nachfrage nach Walprodukten zu gering war.

Wir halten euch auf dem Laufenden.
Danke für eure Unterstützung

Nicolas Entrup
Geschäftsführer
WDCS Deutschland